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 Morbus Dupuytren,krumme Finger
  Sonntag, 05. Februar 2012
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KRANKENGYMNASTIK


Bei Dupuytren
Fingerschiene sofort nach Op


 

Bei Dupuytren / Nach neusten Tests und Ideen - Stand jan 2012


Da ich nun die 9. Op hinter mir habe (bei der 10. wird gefeiert)und ständig mit KG konfrontiert werde, will ich hier mal meine "Erfahrungssammlung" zusammenfassen. Sehr interessant ist auch, dass ich in den letzten 10 Jahren noch niemand getroffen habe, der mir die KG bei Dupuytren logisch erklären oder zeigen konnte, obwohl ich ständig den Spruch "die KG bei Dupuytren ist sehr wichtig" lese.

Gleich zum Anfang möchte ich der Realität die Ehre geben und folgendes erklären:
1. Die Krankheit gibt es in verschiedenen Graden. Es gibt Patienten, die bekommen bei Morbus Dupuytren einen kleinen Knoten von etwa 2 x 5 mm und es passiert die nächsten 10 oder 20 Jahre nichts.

2. Es gibt Patienten, bei denen tauchen nach etwa 5 Jahren leicht krumme Finger auf, diese werden operiert und der Patient hat für immer seine Ruhe.

3. Es gibt Patienten, bei denen geht alles schief, und die Krankheit wird durch eine Operation erst angeschoben und es wird immer schlimmer, was keiner am Anfang gedacht hätte. Zu diesen Patienten gehöre auch ich und diese Website ist auch genau auf meine Erfahrungen ausgerichtet!

Abgesehen von Möglichkeiten der KG weise ich darauf hin, dass man in einigen Fällen am besten erst gar nicht operiert werden sollte oder die minimalinvasive PNF (= Perkutante Nadelfasziotomie) durchgeführt werden sollte. Berichte zeigen nämlich, dass Dupuytren gerne nach einem Trauma einen Schub bekommt. Eine Messer-OP stellt nunmal ein heftiges Trauma dar.
Im übrigen ist die PNF (= Perkutane Nadelfasziotomie) nicht zu verwechseln mit der Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation, der zum Glück oft noch das Wort "Stretching" nachgesetzt wird. Zum PNF-Stretching später weiter unten mehr.

Etwa zur gleichen Zeit als - ohne das ich davon etwas wusste - der FixxGlove erfunden wurde, machte ich mir gedanken über eine Nachtschiene, um die Fingerentspannung in der Nacht nicht dazu kommen zu lassen, dass sich die Finger während des Heilens schon wieder krümmen, was ich oft beobachtet habe.

Foto rechts / Nachtschiene:
So sah die Schiene aus. Holz von einer Grillzange, Malerkrepp, Tesaband und Klett von einem MP 3 Playerarmhalter. Das gute an der Schiene - was mir erst gar nicht bewusst war - ist, dass sie die Finger nur an der Fingerspitze hielt und somit nicht auf die Narbe kam.

Dupuytren Nachtschiene Eigenbau


Zugegeben, nicht gerade tageslichttauglich und einige Leute haben auch gut geschmunzelt. Aber es hat funktioniert!


Besser: man nimmt den FixxGlove, den man meiner Meinung nach tragen kann, sobald die Narbe trocken ist. Also in manchen Fällen schon nach 3-4 Tagen nach OP. Ansonsten, wenns passt, nimmt man ihn eine Nummer grösser und dann lässt er sich auch mit leichtem Verband tragen.
Falls man durch Nadelung operiert wurde, kann man den FixxGlove evtl. auch schon am nächsten Tag nach OP tragen.
Den FixxGlove kann man hier bestellen -> zum Shop



Bewegungsübungen zum selbermachen


Streckübung 1:
Hier stelle ich Euch Übungen nach dem PNF-Stretching vor. Hierbei versucht man ein Körperteil angespannt in der gleichen Lage zu halten. Das bezeichnet man als isometrische (=gleiche Länge) Kontraktion und bedeutet grob, das man z.B. einen Finger nur mit der eigenen Muskelkraft (im Leistungssport geht das auch härter und mit Hilfe anderer Personen zu ) streckt und ihn sagen wir mal 30 Sek. so hält. Erst dann wird er wieder in die Entspannung gebracht. Das Ganze dann mehrmals wiederholen. Siehe folgende Animation.


Foto rechts Animation:
Im "gestrecktem" angespannten Zustand hält man den/die Finger etwa 30 Sekunden (hier kürzer gezeigt) und lässt ihn/sie dann wieder in die Entspannung. Das Ganze dann mehrmals wiederholen.

Dupuytren Krankengymnastik Animation


Streckübung 2:
Das Ganze kann man auch leicht noch weiter führen. Um die Muskeln an die neue "Bewegung" zu gewöhnen, kann man durch leichten Gegendruck, den man leicht selbst erzeugen kann, den Muskeln noch ein wenig mehr Eigenspannung in Streckrichtung verleihen.

Foto rechts Gegendruck:
Im "gestrecktem" angespannten Zustand drückt man ganz leicht mit z.B. einem anderen Finger gegen die Anspannung. Etwa 30 Sek. und dann wieder los lassen. Das Ganze dann mehrmals wiederholen.

Dupuytren Krankengymnastik mit Gegendruck


Streckübung 3:
Dazu gibt es noch eine einfache Übung, deren Sinn mir erst viel zu spät klar wurde/gemacht wurde. Diese Übung sieht im ersten Moment etwas komisch aus. Hat aber ihren Sinn und ist auch unauffällig z.B. im Bett liegend auszuführen.
Der Sinn steckt darin, dass durch das hochstrecken der Arme, sämtliche Streckmuskeln des Arm/Hand Apparates benutzt werden. Man muss sich dabei nur vorstellen, das man an z.B. eine Wäschestange, so wie sie draussen im Garten stehen, greifen möchte, um daran Klimmzüge zu machen. Sie folgendes Foto.

Foto rechts Arme strecken:
Arme etwa 30 Sek. hochstrecken, wieder entspannen und dann mehrmals wiederholen. Dazu, hochgehalten, gerne die Arme auch in sich verdrehen.

Dupuytren Krankengymnastik Arme strecken

MERKE! Es sollte klar sein, egal was man tut, man muss es überhaupt tun. Leider, so höre ich oft, dass die meisten Patienten z.B. eine Nachtschiene nach 3 Nächten in die Ecke schmeissen, und das aus den verschiedensten Gründen. Das geht dann natürlich schief. Ist aber eben auch menschlich.
Die Ent-/Anspannungsübungen kann man immer, überall und ohne Fremdmittel durchführen. Ich mache sie z.B. jeden Morgen und wenn ich dran denke, auch zwischendurch. Je nach Krankheitszustand und je nach dem, wie Narben vernarbt sind, kann es in den ersten 3 Sekunden unangenehm ziehen. Aber damit muss man wohl leben!

WICHTIG ist bei der An-Spannungssache, das man es sich bewusst macht, es reicht nicht den Finger anzuschauen und zu hoffen das alles gerade wird. Man muss es fühlen wie sich streckt und dehnt!



Bei professionellen KG habe ich selbst erlebt und oftmals gehört, dass die gerne die Finger mit Gewalt biegen und nicht gerade zimperlich auf der Narbe rum massieren.
1. ich sehe in der gewaltsamen Methode keinen Sinn und es wurde mir auch noch keiner simpel erklärt.
2. wird diese "harte" methode angewendet bei Narben die noch offen oder geschwollen sind, habe ich sogar unangenehme Gegenreaktionen des Körpers gesehen. Es schwillt dann nämlich noch mehr, was nichts anderes als eine Schutzreaktion ist.

Merke: bei der Messer-OP enstehen nicht nur sichtbare Narben, sondern im innern der Finger im Operationsfeld sind auch schnittstellen uns somit innere Narben. Wenn man übertrieben gesagt, die Finger nach der OP 4 Wochen lang nicht mehr bewegen würde, so wäre inzwischen innen im Finger alles so zusammen gewachsen/verklebt, wie es nunmal im z.B. geraden Zustand wär. Die Finger würden schlichtweg einfach gerade steiff bleiben.
Darum soll man die Finger am Tag 1 nach Op schon bewegen. Quasi so, als wenn man Luftgitarre oder Luftklavier spielt. Jedenfalls viel bewegen! Im normlafall brauch man ab Tag 5 nach Op auch keine Angst mehr haben, das die Nrbe aufgeht. Jedenfalls so lange nicht, so lange man nicht mit Gewalt rangeht. Man kann also schon nach wenigen Tagen nach Op anfangen zu greifen. Auch einen Tennisball kneten ist nicht dumm. Merke: die Finger werden durch allgemeine Betätigung fast immmer wieder beugefreundlich. es sei denn, man ist ein faules Schwein oder Schweininnin, und bewegt sich nie. Deshalb empfehle ich die ersten 2 Monate nach OP den Fixxglove nachts zumindest einige Stunden zu tragen, um die Finger gerade zu halten. Das ist nicht unwichtig, da die Finger nachts in Entspannung die Pfötchenstellung einnehmen und die inneren Narben somit einige Stunden Zeit haben, in Pfötchenstellung zu verkleben/vernarben. Dann muss man die Finger am Morgen nämlich wieder gerade biegen. Um sie gleich darauf wieder mit viel Bewegung krumm beweglich und greiffreudig zu machen. Ja richtig: ein lustiges Spiel! Merke: der Onkel Doktor versucht Tage nach der Op z.B. beim Verbandwechsel, Deine Finger brutal zu einer Faust zu machen. Dabei musst Du Dir nix denken. Und ehrlich, ich glaube der Doc tuts auch nicht. Im ernst: der will nur sehen ob Du zu faul warst, und die Finger überhaupt nicht krumm gehen.


Ist Krankengymnastik notwendig?

Ich will hier ja das vorzügliche Gesundheitssystem der Deutschen nicht schlechter machen als es schon ist (sehr teuer, aber ...) Auch müsste man erstmal definieren, was Krankengymnastik überhaupt bedeutet oder ist. Ich werde immer wieder gefragt, ob es Sinn macht, zur KG zu gehen. Nun ja, mal gut das wir Meinungsfreiheit haben. Zur KG gehen macht Sinn, wenn...
  • Mann unbedingt eine Frau kennen lernen muss.
  • man lange Weile hat.
  • man unter Alzheimer leidet und vergisst die Finger zu bewegen. Die Finger sind recht feingliedrig. Was bedeutet, dass wenn ein Finger nur 3 Tage lange nicht bewegt wird, wird er auch ohne das vorher einer dran rumgeschnitten hat, steif. Wer das testen mag, dem empfehle ich aus Spass mal 3 Tage einen provisorischen Verband um den Mittelfinger zu machen. Anschliessend sollte man nicht mit erhobener Hand durch die Stadt laufen. Es könnte mißverstanden werden. Allerdings muss auch keine Angst haben. Einfach anfangen mit normaler Hausarbeit, Tennisspielen oder was einem noch so einfällt, und der Finger wird wieder normal
  • die KG die beste Freundin vom Doc ist und man ihn nicht verärgern möchte.
  • man über 90 ist und kleinen Bock mehr hat sich zu bewegen.
  • man eine geschwollene Hand haben möchte, weil die KG null Ahnung hat und an den zarten Fingern rumbiegt wie an einem Tannenzweig.
  • man ein glückliches Gesicht sehen will, weil die KG vor der behandlung am Finger 20 Grad Biegung misst und danach 25 Grad.
  • wenn man ein unglückliches Gesicht sehen will, weil die beim letzten mal erreichten 25Grad in der neuen Sitzung 2 Tage später auf 20 Grad geschrumpft sind.
  • wenn man denkt, dass muss man machen.


  • ........ansonsten brauch man keine KG! Sondern viel bewegen. Immer bis es anfängt leicht weh zu tun und nicht einen Millimeter weiter. Stunden später oder den nächsten Tag das gleiche. Es wird jeden Tag ein bissel besser. Inzwischen ruhig mal in Braunol baden (s. Menüpunkt Wundheilung).


    Bewegungsübungen bei Ledderhose


    Dieses Thema erst noch ohne Bilder, kommen aber bald. Bei Ledderhose gilt zur Narbe das Gleiche wie bei Dupuytren (Narbenbehandlung: 1 Thema höher)
    Krankengymnastik bei Ledderhose ist allerdings um ein wenig "gemeiner". Warum? ...weil man normal mit seinem ganzen Körpergewicht auf den Fuss trifft. Das will man natürlich kurz nach einer OP oder bei Gehschmerzen um alles in der Welt verhindern. Die Folge ist "Schonhaltung", die natürlich umso heftiger wird, im Gegensatz zur vorigen zig Kilobelastung.
    Es gibt hier nur 3 Möglichkeiten:
    1. Fuß viel bewegen.
    2. schnell nach einer Op oft aufstehen und kurze Strecken ohne Gehilfen gehen.
    3. viel gehen.

    Einige Patienten experimentieren, entweder überhaupt während sie Probleme mit den Knoten haben oder auch nach einer OP mit verschiedenen Schuhen bzw. Schuheinlagen.
    ...dazu kann ich sagen:
    -Dupuytren und Ledderhose laufen so unterschiedlich bei verschiedenen Patienten ab, wie das Wetter im Atlantik ist. Es gibt keine feste Aussage.
    -bei dem einen hilft eine Schaumgummieinlage, wo man z.B. auch noch an der Narben- oder Knotenstelle ein Loch reinschneidet, um diese Stellen zu entlasten. Bei anderen hilft es, so viel wie es nur geht Barfuss oder in harten glatten Schuhen zu laufen.
    ACHTUNG! falls man eine Einlage benutzt, so ist es wichtig darauf zu achten, dass ein evtl. Höhenausgleich mit der anderen Seite, also dem anderem Bein stattfindet. Ansonsten geht man nämlich schräg und hat auf einmal noch eine kaputte Wirbelsäule dazu.









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    HINWEIS!
    Die auf dieser Seite dargestellten Angaben beruhen auf meiner langjährigen Erfahrung mit dieser unsäglichen Dupuytrenschen Morbus (=Krankheit). Meine Angaben sollen keinen Ersatz für eine ärztliche Beratung darstellen oder als solche verstanden werden. Arztadressen findest Du im Menüpunkt "Arztadressen".
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    Krankengymnastik Fingerschiene Post Op

    Auch sofort nach einer Op ist es meiner Meinung nach sinnvoll - wenn nicht sogar wichtig - eine Schiene anzulegen. Leider kommt dies im Normalfall nicht vor, was ich überhaupt nicht nachvollzeihen kann. Lediglich in einem Krankenhaus hat man mir mal einen Gips angelegt. Das allerdings erst 5 Tage nach Op und dann noch die Hand und Finger geknickt (grafik setzen). Konnten ich und auch später der Oberarzt überhaupt nicht verstehen. Wenn man es selbst noch nicht besser weiss, läßt man eben vieles mit sich machen.

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